Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

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Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#1von Pearl » 21. Nov 2010, 13:17

Leider werden Halter von Auslandshunden immer wieder wegen ihrer Entscheidung für einen Auslandshund angegriffen. Dabei sind die Vorwürfe meistens völlig unbegründet.
Engstirnigkeit und untolerantes Verhalten von Menschen, die ihre Nase rümpfen, bei dem Gedanken an einem Hund aus dem Ausland, erschwehren die Arbeit im Tierschutz und zeigt, dass Aufklärungsarbeit nicht nur im Ausland bitter nötig ist.



Vorwurf 1: Es gibt genügend Hunde in deutschen Tierheimen

Die meisten Tiere im Tierheim sind zu ungewollten Einsassen aufgrund einer politischen Entscheidung geworden. Behörden und deren Auflagen haben dazu geführt, dass die sogenannten "Listenhunde" fast nicht mehr zu vermitteln sind.
In der Vermittlung spielen Größe, Rasse, Optik und Charakter eine große Rolle. Eine Familie mit Kleinkind wird sich eher für einen jungen, süßen, handlichen und lieben Hund bis 40 cm entscheiden, aber wohl weniger für einen älteren, verstörten, auffälligen mittelgroßen Mischling aus nicht artgerechter Haltung.
Kleine Hunde sind in deutschen Tierheimen eher Mangelware. Um aber die Nachfrage und die eigenen Kosten über Wasser zu halten, gehen immer mehr Tierheime in die Kooperation mit Tierschutzvereinen die sich für Auslandshunde einsetzen. So wird man in Zukunft immer häufiger Auslandsunde in deutschen Tierheimen antreffen.
Außerdem werden manche Tierheime nur mit finanziellen Spritzen der Städte/Kommunen unterstützt, wenn eine Mindestanzahl von Hunden in den Zwingern sitzt. Was für eine Idiotie! Wir sprechen hier also von hausgemachten Problemen im eigenen Land.
Es ist absoluter Unsinn, dass Auslandshunde die Adoptanten den deutschen Hunden wegnehmen! Wir leben in einem freien Land - jeder kann für sich selbst Entscheidungen treffen oder soll der Gesetzgeber uns vorschreiben, welche Produkte wir uns anschaffen müssen?
Eine mittelständige deutsche Familie in einer Mietswohnung darf lt. Mietvertrag in den meisten Fällen keinen Listenhund oder Großhund halten, ganz zu schweigen von den kostenpflichtigen Auflagen seitens der Behörden. Man wird jetzt verstehen, dass der Großteil der deutschen Tierheimhunde hinter Gittern sitzt, wegen einer deutsch/politischen Entscheidung und nicht, weil ein Auslandshund sich in den Vordergrund drängt.


Vorwurf 2: Hunde schleppen Krankheiten ein

Dauernd wird behauptet der Auslandshund hätte unter anderem Leishmaniose und andere Krankheiten eingeschleppt. In Wirklichkeit hat jedoch der Mensch dazu beigetragen, dass sich Krankheiten sehr schnell verbreiten und fremdländische Tierarten die heimischen Bestände gefährden.
Aber es ist ja viel einfacher, einem Tier die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Leishmaniose tritt in 88 verschiedenen Ländern auf und wird von vielen Säugetieren übertragen - auch von Menschen, welche ihren Urlaub im Ausland verbringen und sogar von Vögeln & Reptilien.
Dürfen die Urlauber nicht mehr bei uns einreisen? Zugvögel werden abgeknallt?
Andere Krankheiten kann auch ein deutscher Hund jederzeit bekommen. Also wird von den Auslandshundgegenern einiges in denselben Topf geworfen ohne überhaupt die Hintergründe zu kennen.
Hunde sind demnach nicht gefährlicher wie der Mensch selber.



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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#2von Nicita » 23. Nov 2010, 16:18

Ich hoffe, ich darf noch was dazu sagen!?

Also wir uns entschieden haben, einen Hund in unsere Familie aufzunehmen, war klar, dass es kein Welpe vom Züchter usw. sein würde, sondern eben einer, der sein Zuhause verloren hat.
Natürlich haben wir auf Tierheim-Seiten geguckt und mit Tierheimen gesprochen, leider wollten die uns gar keinen Hund vermitteln!
Von Anfang an war klar, dass der Hund mit mir in´s Büro geht und das war dem Tierheim zu unsicher. Was wäre, wenn der Chef irgendwann doch sagt: "Hundeverbot" oder wenn ich den Job wechseln muß.
Natürlich haben wir uns die Gedanken auch gemacht, aber ich weiß eh nicht, was morgen ist und da ich schon 10 Jahre in unserem Unternehmen bin, kann ich wohl ganz gut einschätzen, wie das weiter geht. Und wenn ich arbeitslos werden sollte, wird sich eine Lösung finden, aber sicher nicht die, dass Jara weg geht!!!!
Als wir Jara auf der Pflegestelle kennen gelernt haben, haben wir uns lange (auch da wurde eine Vorkontrolle gemacht) mit der Pflegemama unterhalten, ob sie meint, dass es das richtige für Jara wäre, mit in´s Büro zu gehen und höchstwahrscheinlich Einzelhund zu bleiben. Jara möchte nur bei ihren Menschen sein, wurde uns gesagt und das wäre sicherlich kein Problem für sie.
Jara geht jetzt seit zwei Jahren (so lange sie bei uns ist) fast jeden Tag mit in´s Büro. Wenn mein Mann frei hat, genießt sie den Tag mit ihm und meine Mama holt ihr Ersatz-Enkelkind an ihrem freien Tag hier ab.
Wir gehen morgens 30 Minuten, Mittags eine Stunde in den nahegelegenen Wald und um 17 Uhr haben wir Feierabend. Alleine in unserer Familie gibt es noch vier weitere Hunde, mit denen Jara regelmäßig spielt, tobt, rennt.
Ich habe nicht den Eindruck, dass Jara darunter leidet, dass sie ihre Tage hier mit mir verbringen muß (höchstens ich, weil ich nicht mehr, wie früher Mittags Pommes/Pizza/Burger esse, sondern bei Wind und Wetter durch den Wald stiefel :lol: ) und habe damals nicht verstanden, wer denn eigentlich überhaupt dann einen Hund aus dem Tierheim "bekommt"?

Soviel zum Thema "Auslandshunde" nehmen Tierheimhunden die Plätze weg.... (huch, das ist aber viel Text geworden :zwinker: )
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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#3von Sabrina » 23. Nov 2010, 19:40

Ich finde du bist ein typischer Fall wie es leider ganz vielen Leuten geht, wir waren auch beim Tierheim da gab es auch Probleme und sogar bei einem anderen Tierschutzverein wurden wir abgelehnt , weil wir sagten, dass der Hund auch mal 2 Stunden alleine sein muss.
Wie wir usn das vorstellen und wir wären ja total ungegeignet einen Hund darf man garnicht alleine lassen.

Da hats sich mir die Frage gestellt wie dieser Verein das regelt , wenn die mal selber zum Arzt müssen oder ins Lebensmittelgeschäft, wo keien Tiere rein dürfen.

Unserem Gizmo fehlt es hier an nichts er hat Katzen um sich geht in die Hundeschule in Spielgruppen und hat im Park seine Spielfreunde.

Und wenn er doch mal 2 stunden alleine bleiben muss, liegt er auf dem Sofa und schläft.
Oftmals sogar noch wenn wir heimkommen.
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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#4von RBA-Master » 23. Nov 2010, 20:00

Stimmt ... ich hatte bevor ich CALA an der Leine hatte auch diverse Tierheime in Köln und Bonn angesehen.
Es gab so gut, wie keine normale Hunde um die 40 cm ... fast nur Listenhunde bzw. die Mischlinge dieser Listenhunde.
Was mich nervte, war zum Beispiel, dass sie die beklopptesten Öffnungszeiten haben (Geschlossen schon ab 16 Uhr) und als ich beim zweiten Anlauf, dann noch rechtzeitig vor Schließung und vor der Tür stand und meinte, dass das keine Öffnungszeiten für Berufstätige sei, meinten die, an die würden sie ja auch keinen Hund vermitteln wollen.
Das soll heißen: nur an Millionäre, die nicht arbeiten müssen, an Rentner die nie zum Arzt und Einkaufen müssen und an Arbeitslose (wie ich zeitweise) die alle Zeit der Welt haben - nur damit der Hund 24 Std. unterhalten und betüttelt wird.

Zuweilen kann ich nur :fooli158: :fooli081: und frage mich, glauben die, dass der Hund im Zwinger des Tierheimes besser aufgehoben ist.
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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#5von claudia » 6. Jan 2011, 17:00

Also bei uns war es so, dass eigentlich gar kein Hund geplant war, weil mein Mann und ich beide berufstätig sind.
Irgendwann später einmal .....
Bis ich dann den Hund einer Bekannten kennengelernt habe: Rio ein Bodeguero-Mix.
Ich war von Anfang an fasziniert von diesem Hund. Sehr ruhig und ausgeglichen und glücklich in seinem Körbchen während meine Bekannte ihrer Arbeit nachging. Sie hat ein Nagelstudio und da kommen und gehen täglich neue Leute ein und aus – sowas verkraftet nur ein Hund mit einem ausgeglichenen Wesen.
Und da dachte ich mir: wenn Hundi, dann so einer!
Abends googelte ich dann nach dieser Rasse, von der ich noch nie was gehört hatte, weil ich meinem Mann mal so einen Hund zeigen wollte. Da landeten wir "durch Zufall" auf der ACE-Seite, auf der ein Video von unserem Ernesto lief. Wir beide schauten uns nur an und waren uns sehr, sehr einig. Drei Wochen später war Ernesto bei uns. Das war am 03. November 2010. Seitdem begleitet er mich jeden Tag ins Büro, wo er von meinem Kollegen jeden Morgen begeistert empfangen wird. Und er macht seinen Job verdammt gut =;o)
Hätte ich in Deutschland nach einem Bodeguero gesucht, hätte ich wohl eher schlechte Karten gehabt. Und wenn doch, dann wäre dieser Hund ja auch aus Spanien gekommen.
Und ja tatsächlich: die Deutschen regulieren alles kaputt, siehe Kinderadoption.
„Wenn du in Washington einen Freund brauchst, dann kauf dir einen Hund.“
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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#6von witchapoo » 6. Jan 2011, 21:05

Hallo,

überall in den Ländern werden Hunde abgegeben, ausgesetzt, gequält und getötet!! :eek:

Sogar in Deutschland, wenn auch vieleicht weniger als anderswoh.

Was bedeutet das für ein Hundeleben, das erlöschen soll ... hier oder anderswoh.
Ein Leben ist ein Leben und das ist auf der ganzen Welt gleichviel Wert und schützenswert.

Meine Meinung

lg Dani
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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#7von RBA-Master » 6. Jan 2011, 21:39

Stimmt ... nur in Deutschland gibt es keine Tötungsstationen, so wie in Spanien, Frankreich, Belgien usw.

Fakt ist, trotz gewisser EU Richtlinien macht doch jedes Land was es will und auf den großen Flughäfen sitzen Veterinär-Ärzte die immer weniger Tiere aus den Tierschutz hier haben wollen ... so als ob die EU nur für die Menschen aber nicht für die Tiere gilt.
Wenn der Tierarzt sich beim Eintrag in den EU-Pass des Hundes verschreibt und es korrigiert, wird das zuweilen schon als Grund gesehen den Hund nicht einreisen zu lassen. Es ist sogar schon vorgekommen, dass bereits geimpfte Welpen noch mal die volle Ladung (Tollwut) geimpft bekamen und dann noch 3 Wochen auf Quarantäne im Flughafen festgehalten wurden (pro Tag 17 Euro) bevor die Tierorga dann die Tiere endlich einlösen konnte ... Was das für eine finazielle Belastung für diese Tierschutzvereine ist, ist den Veterinärarzten vollkommen egal.
Die tun immer so, als ob das ein lukratives Geschäft wäre von den Tierorgas und das sie bestimmt auch immer ein paar Euro zu viel für den Staatssäckel haben. Ich persönlich denke, da füllt sich der Staat auf Kosten der Tiere und gegen ein europaweiten Tierschutzes die Taschen...
Na, da habe ich wieder ganz schlimm abgelästert ...
Angeblich "googeln" die auch auf den Flughäfen, wenn sie bestimmte Tiere auf den Kicker haben und wenn man dann liest was ich hier geschrieben habe, gibt´s vielleicht eins auf die :saufpassen:

Am allerschlimmsten sieht es aber für die Menschen in der Schweiz aus, wenn sie einen Hund aus dem Ausland adoptieren wollen. Die leitende Chefin im Veterinäramt, hat vor Jahren, das strickte Kupierverbot so in das Gesetz festlegen lassen, dass auch ein Hund der schon im Ausland kupiert wurde Null-Chancen hat einzureisen und zu bleiben. Auch sonst ist sie extrem bissig und schlecht auf Auslandshunde zu sprechen.
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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#8von hundecoach » 6. Jan 2011, 23:21

Hallo zusammen,

möchte auch etwas dazu sagen. Stimmt schon, dass an den Flughäfen manchmal seltsam kontrolliert wird. Aber es gibt auch genug Orga`s die genau das tun, was ihnen vorgeworfen wird, nämlich Tierhandel und Geldverdienst! Und unseriösen Hundehandel will sicher keiner hier tolerieren.

Und bzgl. Tierheimhund kann ich ähnliche Erfahrungen wie alle anderen hier beisteuern. Wenn man halbtags arbeitet, ist das schon zuviel. Selbst wenn bereits ein Hund da ist und es diesem offensichtlich gut geht. Ganz schlimm wird es, wenn man einen kleineren Hund sucht. Vor unserem DUKE haben wir auch über ein Jahr gesucht und in vielen Tierheimen in NRW geforscht, persönlich und per Internet. Es war schlicht unmöglich. Entweder war es ein alter Hund, aber so einen hatten wir schon. Oder es waren mindestens zwei, die nicht getrennt werden konnten. Aber wir wollten zu unserem nur einen dazu holen. Oder er war absolut ungeeignet für Kinder. Aber genau darum ging es uns. User Sohn, damals 6, wollte gerne einen Hund, mit dem er auch spielen konnte. Aus Gesundheitsgründen ging das mit unserem alten Hund nicht mehr. Es war nicht zu machen! Die Krönung war einmal in einem Gespräch, als mir gesagt wurde, "aber mit ihrer Erfahrung können sie doch einen verkorksten Hund nehmen". Das ich das kann, weiß ich auch! Aber ich wollte einen Hund, mit dem unser Sohn ungefährdet spielen konnte und zwar nicht erst nach langfristiger Umerziehung durch mich. Es ist hier echt zum Schreien in unseren Tierheimen!!!

LG Moni
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Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#9von RBA-Master » 6. Jan 2011, 23:26

@Monika (Hundecoach)
... und damit bestätigst du PEARL´s These Nr. 1 :sschlau:
RBA-Master
 

Re: Vorurteile gegenüber einem Auslandshund

Beitrag#10von hundecoach » 6. Jan 2011, 23:34

Ja klar, so ist aber doch auch die Realität in Deutschland. Nur weil ich Hunde liebe, muss ich mir aber doch keinen Kangal oder Am Staff holen.
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