Einreisebestimmungen für Auslandshunde

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Einreisebestimmungen für Auslandshunde

Beitrag#1von Pearl » 10. Nov 2010, 21:24

Vorschriften für die Einfuhr von Heimtieren aus Nicht-EU-Staaten

Seit 1. Oktober 2004 gelten für Heimtiere (Hunde, Katzen und Frettchen) neue Tiergesundheitsbestimmungen der Europäischen Union. Die Regelungen dienen dem Schutz vor Einschleppung und Verbreitung der Tollwut.

Damit es bei der Einreise bzw. Wiedereinreise keine Probleme gibt, muss jedes Heimtier, das aus einem Nicht-EU-Staat bzw. aus der EU stammt und in die Europäische Union eingeführt bzw. nach einer Urlaubsreise wieder eingeführt wird:

*durch eine Tätowierung oder einen Mikrochip gekennzeichnet sein. Für Heimtiere, die seit dem 3. Juli 2011 neu gekennzeichnet werden, ist der Mikrochip verpflichtend,

*eine ordnungsgemäße Tollwutschutzimpfung haben und
von einem EU-Heimtierausweis - übergangsweise auch vom bisherigen Impfausweis - (Tier aus EU) bzw. von einer amtlichen Veterinärbescheinigung (Tier aus Nicht-EU-Staat) begleitet sein, in dem die Mikrochipnummer oder die Tätowierung eingetragen sind. Zusätzlich sind Impfpapiere sowie ggf. der Befund des Bluttests mitzuführen.
Bitte bedenken Sie, dass bei jedem Heimtier (Hunde, Katzen, Frettchen) bei der Einfuhr bzw. Wiedereinfuhr aus einem Nicht-EU-Staat grundsätzlich eine Dokumentenkontrolle bzw. Identitätsfeststellung durchgeführt wird.

Reisen Sie in einen Nicht-EU-Staat, in dem Tollwut vorkommt oder dessen Seuchenstatus unbekannt ist, z.B. Urlaubsländer wie die Türkei, Ägypten, Marokko, Tunesien, Thailand, Indien:

*muss vor der Ausreise ein Bluttest (Tollwutantikörpertest) in einem EU-zugelassenen Labor durchgeführt werden und
*muss vom Zeitpunkt des Bluttests bis zur Einreise eine Wartefrist von drei Monaten eingehalten werden, sofern die Tiere aus einem Nicht-EU-Staat stammen.

Beachten Sie bitte außerdem, dass:

*diese Vorschriften auch für die Mitnahme von Tieren gelten, die Sie vielleicht an Ihrem Urlaubsort ins Herz geschlossen haben (Strandhund/Hotelkatze) und
*nicht mehr als fünf Tiere mitgeführt werden dürfen. Werden mehr Tiere mitgeführt, gelten auch für solche Tiere die Handelsbedingungen der EU.
Wenn Sie mit Tieren einreisen, für die die oben angeführten Anforderungen nicht erfüllt sind, müssen Sie damit rechnen, dass die Tiere an der ersten Grenze der EU für Sie kostenpflichtig vom Amtstierarzt entweder:

*ins Herkunftsland zurückgeschickt
oder
*für mehrere Monate in Quarantäne genommen
oder
*unter Umständen auch die Tötung des Tieres angeordnet werden kann.

Bitte informieren Sie sich rechtzeitig bei den zuständigen Veterinärbehörden über die zu beachtenden tierseuchenrechtlichen Vorschriften!

Weiterführende wichtige Informationen erhalten Sie beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, bei den zuständigen veterinärrechtlichen Grenzkontrollstellen in Deutschland, bei den für den Wohnsitz zuständigen Veterinärbehörden oder bei der für Sie örtlich zuständigen Zolldienststelle bei Fragen zu konkret beabsichtigten oder laufenden Abfertigungsverfahren.

Quelle: >> ZOLL
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Tierschutz oder Tierhandel?

Beitrag#2von Pearl » 2. Apr 2011, 21:53

Jedes Jahr importieren Tierschützer eine beträchtliche Anzahl Hunde aus Süd- und Osteuropa nach Deutschland. Dabei bekommen Tierschützer zunehmend Probleme mit den Behörden. Deren Vorwurf: illegaler Import von Tieren.
In Deutschland besitzen Haustiere einen höheren Stellenwert. So überrascht es nicht, dass sich viele der meist unkomplizierten und freundlichen Importhunde hierzulande gut in verantwortungsbewusste Hände vermitteln lassen. Selbst alte oder kranke Tiere finden Menschen, die ihnen ein Zuhause geben. Die Reise nach Deutschland ist für viele der einzige Ausweg, und Tierschützer versuchen, so viele Tiere wie möglich auf die rettende Reise zu schicken.
Die Tiere kommen in Transportern, oder sie reisen per Flugzeug in Begleitung von Urlaubern ein, die die Hunde oder Katzen als Flugpaten für Vereine mitnehmen. Dabei bekommen Tierschützer und Flugpaten zunehmend Probleme mit den Behörden. Deren Vorwurf: illegaler Import von Tieren.

Einreisebestimmungen innerhalb der EU – privat oder gewerblich?

Bisher werden viele Tiere bei der Einfuhr als „privat“ deklariert. Genau da liegt das Problem, denn der Import von Tieren innerhalb der EU ist wie im Folgenden beschrieben geregelt.

Private Einfuhr: Es gibt die private Einfuhr von Haustieren, das heißt, ein Tier reist mit dem Besitzer oder in dessen Auftrag (zum Beispiel mit einem Flugpaten). Für die Reise ist ein EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung und einer Mikrochipnummer nötig. Deutschland folgt seit 2010 darüber hinaus der EU-Empfehlung, dass auch Heimtiere im privaten Reiseverkehr unter „Handel“ fallen, wenn sie die Anzahl von fünf überschreiten.

Gewerbliche Einfuhr: Reist ein Tier aber ein, um vermittelt oder verkauft zu werden, handelt es sich formal um einen gewerblichen Transport. Das Tier ist dann „Gegenstand eines Verkaufes oder einer Eigentumsübertragung“. In diesem Fall muss ein Amtstierarzt 24 Stunden vor der Reise ein Gesundheitszeugnis ausstellen, die Transportfähigkeit bestätigen und dies in einen gültigen EU-Heimtierausweis eintragen. Des Weiteren muss am Ankunftsort der Transport bei der Veterinärbehörde angemeldet werden – und zwar immer über das EU-Datenbanksystem TRACES (TRAde Control and Expert System). Zudem brauchen die Tierschutzvereine, um Tiere einzuführen, eine Registriernummer.

Flugpaten dürfen also Hunde oder Katzen mitnehmen, wenn das Tier bereits einen Eigentümer hat – sie begleiten dann das Tier im Auftrag des Eigentümers. Ist das nicht der Fall, kann es Ärger am Zoll geben. Im schlimmsten Fall droht eine Geldstrafe, und das Tier wird beschlagnahmt.

Allerdings ist es keinem Menschen untersagt, sein Tier – auch sofort nach einer Reise – bei einem Tierschutzverein abzugeben. Wichtig ist nur, dass die Besitzverhältnisse während der Reise eindeutig geklärt sind.

Für die Veterinärbehörden und die zuständigen Ministerien fällt der Import von Haustieren, die zur Weitergabe bestimmt sind – also in Tierheimen oder in Pflegestellen unterkommen, um dann vermittelt zu werden – unter „Handel“. Die Einreise dieser Tiere ist entsprechend über die Richtlinien abzuwickeln, die für den gewerblichen Import gelten – egal, ob 20 Tiere in einem Fahrzeug ins Land kommen oder nur eines per Flugzeug. Die Behörden stützen sich auf verschiedene Vorschriften, unter anderem auf die „EU-Verordnung (EG) Nr. 998/2003 über die Veterinärbedingungen für die Verbringung von Heimtieren zu anderen als Handelszwecken“.

Die Richtlinien des gewerblichen Imports kommen vor allem bei Schlachtviehtransporten zum Einsatz. Darin wird in Kapitel 1, Artikel 3, der private Transport definiert: „a) ,Heimtiere’ Tiere der in Anhang I genannten Arten (Hunde, Katzen, Frettchen), die ihre Eigentümer oder eine andere natürliche Person, die während der Verbringung im Auftrag des Eigentümers für die Tiere verantwortlich ist, begleiten und nicht dazu bestimmt sind, Gegenstand eines Verkaufs oder einer Eigentumsübertragung zu sein.“ Im Umkehrschluss wurde festgelegt, dass alles andere ein Handel ist.

Illegale Transporte?

Viele Tierschützer hatten bisher ihre Vierbeiner privat importiert, und viele wehren sich vehement gegen den Vorwurf, Tiere „gewerblich“ einzuführen. Petra Zipp, Expertin für Auslandstierschutz beim „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ empfindet die Einstufung als Händler als ethisch nicht akzeptabel. Seriöse Tierschützer handeln nicht gewerblich, so die Tierschützerin, sie arbeiten eben nicht gewinnorientiert, ganz im Gegenteil, sie bekämpfen ja gerade Tierhandel. Verschiedene Vereine wehren sich jetzt vor Gericht. Sie wollen juristisch klären lassen, ob die Einteilung der Behörden juristisch standhält.

Rechtsanwalt Dr. Jürgen Küttner, der für diverse Tierschutzvereine arbeitet, kritisiert die Argumentation der Veterinärämter: Die EU-Richtlinien unterscheiden nur privat oder gewerblich. Privater Reiseverkehr ist in EU-Verordnungen so definiert, dass keine Weitergabe stattfindet. Bei den Tierschutztransporten ist aber meist eine Eigentumsübertragung geplant – folglich sind sie gewerblich.

„Damit machen es sich die Behörden zu leicht“, meint Küttner. Tatsächlich fehlen bei seriös agierenden Tierschützern kommerzielle Überlegungen und am Gewinn orientierte Entscheidungen. Es geht darum, Tiere zu retten, und nicht darum, an ihnen zu verdienen. Außerdem werden Daten erhoben, die kommerzielle Unternehmen preisgeben müssen, nicht aber Privatpersonen wie die Tierschützer. Eine Gleichstellung des Tierschutzes mit Handel lehnt er ab, zumal Handel – juristisch gesehen – eine auf Gewinn gezielte Tätigkeit ist, mit dem Ziel, langfristig ein Einkommen zu sichern. Das ist im Tierschutz nicht der Fall, denn die Ausgaben für die medizinische Versorgung, den Unterhalt, die Unterbringung und die Reise der Vierbeiner übersteigt oft deutlich die Einnahmen aus Spenden und Schutzgebühr. Viele Tierschützer fühlen sich kriminalisiert und in ihrer ehrenamtlichen Arbeit behindert.

Verschärfte Einfuhrbestimmungen zur Seuchenabwehr

Für die Veterinärbehörden ist es nicht ausschlaggebend, ob mit Importtieren Gewinn erzielt wird oder nicht, so der Düsseldorfer Amtsveterinär Claus Mayer, es gehe vielmehr darum, das Einschleppen von Seuchen zu verhindern, vor allem das der Tollwut. Dabei sollen die schärferen Einreisevorschriften im Handelsverkehr helfen, und deshalb sollen sie für alle Vierbeiner gelten, die aus dem Ausland kommen, die privaten ausgenommen.

Seriöse Vereine wehren sich nicht dagegen, alle Impfvorschriften und Gesundheitschecks einzuhalten und weitere bürokratische Auflagen zu erfüllen. Auch wenn Spanien, Portugal, Griechenland und Süditalien schon lange als tollwutfrei gelten – engagierte Tierschützer achten selbstverständlich darauf, dass nur transportfähige Tiere reisen und die Transporte tierschutzgerecht verlaufen.

Aber die Gleichstellung mit gewerblichem Handel hat weitreichende Konsequenzen. Denn wer gewerblichen Handel anmeldet, ruft das Finanzamt auf den Plan. Die Transporte werden deutlich teurer und umständlicher. Deswegen könnten weniger Hunde gerettet werden.

Nach Auffassung der Tierschützer wird die bürokratische Abwicklung dem ehrenamtlichen Einsatz vieler Privatpersonen, die helfen, so gut sie können, und aufopferungsvoll um die Tiere kämpfen, nicht gerecht. Eine Abgrenzung gegen wirkliche Hundehändler und Geschäftemacher wird zudem für Interessenten schwieriger.

Der Import von Tierschutztieren – weder privat noch gewerblich

Petra Zipp vom Bund gegen den Missbrauch der Tiere fordert deshalb von Politik und Behörden, einen dritten Weg zu finden, der neben dem rein privaten Reiseverkehr und gewerblichen Tiertransporten eine tierschutzgerechte Variante bietet, damit Tierschützer ihre Hunde nach Deutschland retten dürfen – natürlich im Rahmen der gesetzlichen Impfvorschriften. Sie erwartet, dass Tierschutz nicht behindert und kriminalisiert wird, sondern Anerkennung findet. Eine echte Lösung der Problematik bringen aber nur fortschrittliche und einheitliche Tierschutzgesetze, die in allen Mitgliedsstaaten eingehalten werden müssen. Dann wären Transporte zur Rettung von Hunden nach Deutschland nicht mehr nötig. Doch die tägliche Erfahrung der Tierschützer in Süd- und Osteuropa zeigt: Davon ist die EU leider noch weit entfernt.

Quelle: wdr.de
Autorin: Cornelia Baumsteiger
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Re: Reisebestimmungen in der EU

Beitrag#3von Pearl » 1. Jul 2011, 09:52

Reisebestimmungen in der EU

Die nachfolgenden Angaben (Stand: Juni 2011) wurden sorgfältig zusammengestellt. Trotzdem empfehlen wir Ihnen, sich vor Ihrer Urlaubsreise von Ihrem Tierarzt beraten zu lassen.

NEU: Ab dem 3. Juli 2011 gilt die Chippflicht bei Reisen mit Hunden in die Länder der EU!

Für Reisen mit Heimtieren innerhalb der EU gelten einheitliche Bestimmungen für alle EU-Länder. Ausnahmeregelungen gibt es für Großbritannien, Irland, Malta, Finnland und Schweden. Detailliert nachzulesen in der Verordnung (EG) Nr. 998/2003 des Europäischen Parlaments.

Grundsätzlich brauchen Sie für Reisen innerhalb der EU:

■EU-Heimtierausweis
■gültige Tollwutimpfung
■Kennzeichnung durch Mikrochip (ab 3. Juli 2011 Pflicht!)

Zu den einzelnen Ländern


EU-Einreisebestimmungen

Ein Hund darf innerhalb der EU nur mit einer gültigen Tollwutschutzimpfung, einem EU-Heimtierpass und einem Mikrochip zur Kennzeichnung des Tieres reisen.


■Impfpflicht:
Bei Reisen innerhalb der EU müssen Tiere gegen Tollwut geimpft werden. Die Impfung ist mindestens alle drei Jahre obligatorisch, außer der Hersteller des Impfstoffes macht andere Angaben. Der zuständige Tierarzt trägt die Impfung in den EU-Heimtierausweis ein.

Ein gültiger Tollwutschutz liegt vor, wenn die Impfung mindestens 21 Tage (bei Erstimpfung) und längstens den Zeitraum zurückliegt, den der Impfstoffhersteller für eine Wiederholungsimpfung angibt.
■Chippflicht:
Achtung wichtige Änderung: Ab dem 3. Juli 2011 gilt die Chippflicht bei Reisen mit Hunden in die Länder der EU!

Der Mikrochip (auch Transponder genannt) hat etwa die Größe eines Reiskorns und wird dem Hund von einem Tierarzt direkt unter die Haut gespritzt; dort bleibt er ein Leben lang. Jeder Chip hat eine eigene Nummer – mit einem Lesegerät kann das Tier identifiziert und dem Halter zugeordnet werden. Die Identifikationsnummer des gechippten Tieres muss im EU-Heimtierpass eingetragen sein.

Bisher konnten EU-reisende Hunde auch mit einer Tätowierung gekennzeichnet werden. Doch diese Übergangsregelung läuft am 2. Juli 2011 ab – dann muss der Hund mit einem Transponder gechippt sein. Ausnahmen gelten auch hier für Finnland, Schweden, Großbritannien, Irland und Malta. Hier gilt noch bis Ende 2011 auch die Tätowierung als Kennzeichnung. Wichtig: Wenn Sie auf Ihrer Reise in eines dieser Länder ein bereits chippflichtiges Land durchqueren müssen, muss Ihr Hund gechippt sein.


■Genormter EU-Heimtierausweis:
In diesen muss der Tierarzt die Tollwutimpfung, die Chipnummer sowie eine Beschreibung des Tieres eintragen.

Vorsicht beim Erwerb eines Heimtierausweises: Nicht jeder Pass erfüllt die vorgeschriebenen Normen. Auf dem Einband sowie auf jeder datentragenden Seite muss die individuelle Kennnummer aus dem Code des Mitgliedstaates (DE für Deutschland), einer Firmenchiffre sowie der fortlaufendenden Nummer stehen. Außerdem muss das Dokument mit Ausnahme des Einbands zweisprachig ausgestellt sein.



■Ausnahmen:
Großbritannien, Finnland, Schweden, Irland und Malta verlangen zusätzliche Untersuchungen, etwa auf Tollwut (Titertest), Bandwurm oder Zecken.

Bitte kontaktieren Sie bei einer Reise in diese Länder unbedingt frühzeitig Ihren Tierarzt!



Gelistete Drittländer (Auszug):

Die sogenannten gelisteten Drittländer können Bekämpfungsprogramme gegen Tollwut nachweisen. Bei der Einreise von Heimtieren aus gelisteten Drittländern in einen EU-Mitgliedstaat gelten daher die Bestimmungen zum Tollwutschutz entsprechend der Ausfuhr aus einem EU-Mitgliedstaat.

Wichtig: Bei der Rückkehr aus dem Urlaub reist man wieder in die EU ein. Das bedeutet, dass die EU-Einreisebestimmungen zu erfüllen sind, also:

■Heimtierausweis
■Gültige Tollwutimpfung
■Kennzeichnung durch Mikrochip

Eine sorgfältige Vorbereitung der Reise mit dem Hund schützt generell vor unliebsamen Überraschungen, nicht nur in punkto Einreiseregelungen: Vorab muss in jedem Fall geklärt werden, ob der Hund in der Unterkunft willkommen ist, ob es am Urlaubsort ausreichende Freilaufflächen gibt und was in die Reiseapotheke gehört. Im Mittelmeerraum grassieren einige Krankheiten, die für Hunde besonders gefährlich werden können, wie z.B. Herzwürmer, Babesiose oder Leishmaniose.



Quelle: >> Vier Pfoten
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Re: Einreisebestimmungen für Auslandshunde

Beitrag#4von Pearl » 11. Nov 2013, 21:32

Ergänzung

13.07.2013 | 08:42 Uhr

Nachdem Bundestag und Bundesrat schon Ende 2012 der Novellierung des Tierschutzgesetzes zugestimmt hatten, ist mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt und Bundesanzeiger das Drittes Gesetz zur Änderung des Tierschutzgesetzes (3. TierSchGÄndG) am 13.07.2013 in Kraft getreten.

Quelle Bundesanzeiger (PDF)

Neue Erlaubnispflicht für den Auslandstierschutz und Hundetrainer

Zukünftig benötigen alle die Hunde oder Katzen aus dem Ausland nach Deutschland verbringen bzw. einführen oder diese verbrachten bzw. eingeführten Tiere vermitteln, eine Erlaubnis nach §11 TierSchG der zuständigen Veterinärbehörde. Es kommt nicht mehr auf eine Gewinnerzielungsabsicht an. Damit soll erreicht werden, dass alle Personen, die dabei mit den Tieren umgehen, die erforderliche Sachkunde haben und die Voraussetzungen vorhanden sind, dass die Tiere sowenig Stress wie möglich ausgesetzt sind. Außerdem soll damit dem unseriösen Welpenhandel ein Riegel vorgeschoben werden. Der Gesetzgeber räumt eine Übergangsfrist von einem Jahr ein.

Neu: §11 Nr. 1 Abs 5
Wer Wirbeltiere, die nicht Nutztiere sind, zum Zwecke der Abgabe gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung in das Inland verbringen oder einführen oder die Abgabe solcher Tiere, die in das Inland verbracht oder eingeführt werden sollen oder worden sind, gegen Entgelt oder eine sonstige Gegenleistung vermitteln will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde

Tierheime ebenfalls erlaubnispflichtig

Tierschutzeinrichtungen, die schon eine Erlaubnis als "Tierheim oder ähnliche Einrichtung" besitzen, benötigen zukünftig ebenfalls eine Genehmigung nach §11 Nr. 1 Abs 5 TierSchG, wenn sie (auch) Hunde oder Katzen aus dem Ausland vermitteln. Das Halten von Tieren in einem Tierheim oder einer ähnlichen Einrichtung, der gewerbsmäßige Handel mit Wirbeltieren oder die Vermittlung von Hunde und Katzen aus dem Ausland sind unterschiedliche Tätigkeiten, für die jeweils eine Erlaubnis erforderlich ist.

Hinweis: Bei Tierheim oder ähnliche Einrichtung (neu §11 Nr.1 Abs. 3) ist das Tatbestandsmerkmal "für Dritte" mit der Novelle des Tierschutzgesetzes entfallen.

Ebenfalls erlaubnispflichtig wird die gewerbsmäßige Ausbildung von Hunden oder gewerbsmäßige Anleitung des Tierhalters zur Hundeausbildung, um im Sinne der Tiere und des Tierschutzes Mindestqualitätsstandards sicherzustellen.

Veterinärbehörden unter Zeitdruck - maximal 6 Monate für die Bearbeitung der Anträge

Mit der Ausübung der Tätigkeit nach Absatz 1 Satz 1 darf erst nach Erteilung der Erlaubnis begonnen werden.

Die zuständige Behörde entscheidet schriftlich über den Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis innerhalb einer Frist von vier Monaten ab Eingang des Antrags. Die in Satz 2 genannte Frist kann von der zuständigen Behörde um bis zu zwei Monate verlängert werden, soweit der Umfang und die Schwierigkeit der Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen der Erlaubnis dies rechtfertigen. Der Antragsteller ist über die Fristverlängerung vor Ablauf der in Satz 2 genannten Frist unter Angabe von Gründen zu unterrichten. Bei der Berechnung der Frist bleiben die Zeiten unberücksichtigt, während derer der Antragsteller trotz schriftlicher Aufforderung der Behörde den Anforderungen in einer auf Grund des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 1 erlassenen Rechtsverordnung nicht nachgekommen ist.

Die zuständige Behörde soll demjenigen die Ausübung der Tätigkeit untersagen, der die Erlaubnis nicht hat.

Synopse zu § 11 Tierschutzgesetz vom 13.07.2013
Quelle buzer.de
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Re: Einreisebestimmungen für Auslandshunde

Beitrag#5von Pearl » 21. Sep 2014, 15:40

Neue EU-Verordnung für Reisen mit Tieren!

Neue EU-Verordnung für das Reisen mit Heimtieren
In der EU gelten ab 29. Dezember 2014 teilweise neue Bestimmungen für das Reisen mit Heimtieren. Die neue Verordnung (EU) Nr. 576/2013 des europäischen Parlaments und des Rates ist am 12. Juni in Kraft getreten und hebt die dem Reiseverkehr mit Heimtieren seit Mai 2003 zugrundeliegende Verordnung (EG) Nr. 998/2003 auf. Die entsprechende Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 der Kommission ist am 18. Juli in Kraft getreten und gilt ebenfalls ab 29. Dezember 2014.

Verordnung (EU) Nr. 576/2013
Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013

Auf den ersten Blick
Die neue Verordnung sieht in erster Linie wiederum die tierseuchenrechtlichen Vorschriften für das Reisen mit für Tollwut empfänglichen Hunden, Katzen und Frettchen (Anhang 1 Teil A) analog der aktuellen bis Ende 2014 gültigen Verordnung vor. Daneben können für diese Tierarten auch Gesundheitsmaßnahmen zur Vorbeugung vor anderen Krankheiten und Infektionen als Tollwut (z. B. Echinokokkose) getroffen werden.

Neu aufgenommen wurden in Anhang 1 Teil B Tierarten, die nicht oder nur in epidemiologisch unbedeutendem Maß von der Tollwut betroffen sind und für die, wenn sie nicht als Heimtiere gehalten würden, andere Rechtsvorschriften der Union gelten würden. Hierzu gehören u. a. Ziervögel sowie Nagetiere und Kaninchen, die nicht für die Lebensmittelproduktion bestimmt sind. Die Kommission ist befugt, Rechtsvorschriften zur Kennzeichnung und vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen für den Reiseverkehr mit diesen als Heimtiere gehaltenen Tierarten zu erlassen. Da dies bislang nicht geschehen und zurzeit auch nicht geplant ist, gelten die jeweiligen nationalen Vorschriften unter der Voraussetzung, dass sie in einem angemessenen Verhältnis zum Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier stehen und nicht strenger sind als die Vorschriften für den Handel mit Tieren dieser Arten. Hieraus ergeben sich also zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Neuerungen. Insoweit interessieren zurzeit lediglich die Vorschriften für den Reiseverkehr mit Hunden, Katzen und Frettchen.

Was unverändert bleibt
Für Reisen innerhalb der Mitgliedstaaten
Hunde, Katzen und Frettchen müssen durch die Implantierung eines Transponders oder durch eine deutlich lesbare Tätowierung, die vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen wurde, gekennzeichnet sein, eine gültige Tollwutimpfung vorweisen und einen ordnungsgemäß ausgefüllten und ausgestellten Ausweis („neuer EU-Heimtierausweis“, s. u.) mitführen.

Für die (Wieder)einreise in die Mitgliedstaaten aus Drittländern
- Die für das Reisen zwischen Mitgliedsstaaten festgelegten Regeln gelten ebenfalls für Nachbarländer, deren Tollwutstatus dem der EU entspricht. Zu diesen Ländern gehören gem. Anhang II Teil 1 der Durchführungsverordnung derzeit Andorra, Färöer, Gibraltar, Grönland, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, Schweiz, Staat Vatikanstadt.

- Bei (Wieder)einreise in die Mitgliedstaaten aus einem Drittland mit in Bezug auf Tollwut zufriedenstellender Tiergesundheitslage genügen ebenfalls Kennzeichnung, gültige Tollwutimpfung und Dokumentation im EU-Heimtierpass. Gemäß o. a. Durchführungsverordnung gilt dies derzeit für folgende Länder:
Ascension, Vereinigte Arabische Emirate, Antigua und Barbuda, Argentinien, Australien, Aruba, Bosnien und Herzegowina, Barbados, Bahrain, Bermuda, Belarus, Bonaire, St. Eustatius und Saba (die Karibischen Niederlande), Britische Jungferninseln, Kanada, Chile, Curacao, Fidschi, Falklandinseln, Hongkong, Jamaika, Japan, St. Kitts und Nevis, Kaimaninseln, St. Lucia, Montserrat, Mauritius, Mexiko, Malaysia, Neukaledonien, Neuseeland, Französisch-Polynesien, St. Pierre und Miquelon, Russland, Singapur, St. Helena, Trinidad und Tobago, Taiwan, Vereinigte Staaten von Amerika (einschließlich Amerikanisch-Samoa, Guam, Nördliche Marianen, Puerto Rico, Amerikanische Jungferninseln), St. Vincent und die Grenadinen, Vanuatu, Wallis und Futuna, Mayotte.

- Für die (Wieder)einreise in die Mitgliedsstaaten aus einem anderen Drittland ist entsprechend der bisherigen Regelung die Kennzeichnung, Tollwutimpfung, Antikörpertitrierung (mind. 0,5 IE/ml Blut) in einem zugelassenen Labor sowie die Dokumentation im EU-Heimtierausweis oder in einer Tiergesundheitsbescheinigung gem. Muster des Anhangs IV, Teil 1, der Durchführungsverordnung Voraussetzung.
Ausnahme: Wird ein solches Drittland lediglich durchfahren, muss der Tierhalter eine unterzeichnete Erklärung vorlegen aus der hervorgeht, dass die mitgeführten Heimtiere keinen Kontakt mit Tieren für Tollwut empfänglicher Arten hatten und ein gesichertes Transportmittel oder einen gesicherten Bereich auf dem Gelände eines internationalen Flughafens nicht verlassen haben (Muster in Anhang I, Teil 1 und 2, der Durchführungsverordnung).

Was neu ist
Neuer EU-Heimtierausweis
- Zum 29. Dezember 2014, dem Geltungsdatum der EU-Verordnung, wird es einen neuen EU-Heimtierausweis gem. Muster in der o. a. Durchführungsverordnung geben. Das äußere Erscheinungsbild wie auch das Format des Ausweises bleiben unverändert. Neben Bekanntem ist inhaltlich einiges neu. So befinden sich auf den Seiten 2 und 3 zunächst Erläuterungen zum Ausfüllen. Des weiteren sind nunmehr die Angaben zum Tierhalter von diesem zu unterschreiben, die Tätowierungsstelle ist anzugeben (sofern ein Tier vor dem 3. Juli 2011 durch Tätowierung gekennzeichnet wurde), im Abschnitt IV müssen Name und Kontaktinformationen des ausstellenden Tierarztes eingetragen und von diesem unterschrieben werden, Abschnitt VIII ist für „Sonstige Behandlungen gegen Parasiten“ vorgesehen (dafür entfällt der bisherige Abschnitt VI „Zeckenbehandlung").

- Gemäß Artikel 22 der Verordnung darf der Ausweis künftig nur von ermächtigten Tierärzten ausgestellt werden. Diese sind verpflichtet, vor Ausstellen des Ausweises zu überprüfen, ob das Heimtier ordnungsgemäß gekennzeichnet ist bzw. es erst zu kennzeichnen, anschließend zu impfen, danach die entsprechenden Felder des Ausweises auszufüllen und den Ausweis vom Tierhalter unterschreiben zu lassen.
Gemäß den zusätzlichen Anforderungen an den Ausweis (Anhang III, Teil 2 der Durchführungsverordnung) ist der Tierarzt außerdem verpflichtet, die Seite mit den Angaben zur Kennzeichnung des Tieres mit einer selbstklebenden Laminierung zu versiegeln, sobald die erforderlichen Informationen erfasst sind. Ebenfalls entsprechend versiegelt werden müssen im Ausweis befindliche Aufkleber mit Informationen (z. B. zur Tollwutimpfung).

- Der den Ausweis ausstellende Tierarzt ist verpflichtet, die Ausweisnummer zusammen mit der alphanumerischen Nummer des Transponders oder der Tätowierung, dem Ort der Kennzeichnung, dem Zeitpunkt der Anbringung oder des Ablesens sowie dem Namen und den Kontaktinformationen des Tierhalters für einen von der zuständigen Behörde zu bestimmenden Mindestzeitraum, der drei Jahre nicht unterschreiten darf, aufzubewahren.

- Darüber hinaus müssen die zuständigen Behörden sicherstellen, dass Blankoausweise nur an ermächtigte Tierärzte ausgegeben und deren Namen zusammen mit der Ausweisnummer registriert werden. Diese Aufzeichnungen sind von der zuständigen Behörde ebenfalls mindestens für drei Jahre aufzubewahren.

Positiv: Es gibt eine Übergangsbestimmung, durch die die administrative und finanzielle Belastung der Tierhalter begrenzt werden soll. Dieser Bestimmung zufolge behalten EU-Ausweise, die vor dem 29. Dezember 2014 ausgestellt wurden, ihre Gültigkeit.


Erleichterung bei Teilnahme an Veranstaltungen
Im Reiseverkehr ist die Mitnahme von Hunden, Katzen und Frettchen auf jeweils höchstens fünf Tiere beschränkt. Davon abweichend darf künftig diese Zahl überschritten werden, wenn die Reise mit diesen Tierarten zum Zweck der Teilnahme an Wettbewerben, Ausstellungen oder Sportveranstaltungen bzw. zum Training für solche Veranstaltungen erfolgt, der Halter oder die ermächtigte Person einen schriftlichen Nachweis dafür vorlegt, dass die Heimtiere für die Teilnahme an einer der genannten Veranstaltungen oder bei einer Vereinigung, die solche Veranstaltungen organisiert, registriert und die Heimtiere mehr als sechs Monate alt sind.


Ausnahme von der Tollwutimpfpflicht für junge Heimtiere
Konkretisiert wurden in Artikel 7 der Verordnung die Bedingungen nach denen Mitgliedstaaten die Einreise von nicht gegen Tollwut geimpften Jungtieren genehmigen können. Die Ausnahme gilt für Tiere, die entweder weniger als 12 Wochen alt sind und keine Tollwutschutzimpfung erhalten haben oder zwischen 12 und 16 Wochen alt sind und eine Tollwutschutzimpfung erhalten haben, aber noch nicht die vorgeschriebenen 21 Tage zum Erreichen des Impfschutzes erfüllen.
Die Genehmigung darf allerdings nur dann erteilt werden, wenn entweder der Tierhalter oder eine ermächtigte Person eine unterzeichnete Erklärung gem. Muster in Anhang I, Teil 1, der Durchführungsverordnung vorlegt, aus der hervorgeht, dass die Heimtiere von ihrer Geburt an bis zum Zeitpunkt der Reise keinen Kontakt zu wild lebenden Tieren für Tollwut empfänglicher Arten hatten oder die Heimtiere vom Muttertier begleitet werden, von dem sie noch abhängig sind, und anhand des Ausweises des begleitenden Muttertiers festgestellt werden kann, dass dieses vor ihrer Geburt eine Tollwutimpfung erhalten hat, die den Gültigkeitsvorschriften entsprach.


Ausnahme von der Tollwutimpflicht für die Einreise in bestimmte Mitgliedstaaten
Die Verordnung räumt Mitgliedstaaten die Möglichkeit ein, von dem Erfordernis der Tollwutimpfung abzuweichen. Voraussetzung dafür ist, dass interessierte Mitgliedstaaten einen gemeinsamen Antrag stellen. Sollten künftig Mitgliedstaaten oder Teile von diesen eine derartige Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen, werden sie in einer Liste benannt.


Spezielle Einreiseorte für Reisende aus Drittländern
Völlig neu ist die Verpflichtung, dass die Einreise mit Hunden, Katzen oder Frettchen aus Drittländern, für die eine Antikörpertiterbestimmung vorgeschrieben ist, nur noch über bestimmte Einreiseorte möglich ist, an denen die zuständigen Behörden Kontrollen durchführen sollen. Diese Einreiseorte sind von den Mitgliedstaaten aufzulisten und auf neuestem Stand zu halten. Für registrierte Militär- oder Such- und Rettungshunde kann die Einreise auch über andere Einreiseorte gestattet werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema werden zu gegebener Zeit veröffentlicht.

Quelle: >> Tierärzteverband
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